Dorfmühle Linz

1557 erstmalig urkundlich erwähnt als Besitz des Rittergutes Linz

1583 Christoph von Polenz verkauft die Mühle an Hans Eichler

1608 Matz Starke aus Strauch „derzeit Müller zu Zschorna“ erwirbt die Mühle

1673 Christian Hase verkauft an Meister Abraham Fischer aus Cunnersdorf

1696 im Besitz von Christoph Lose, 1731 Hans Caspar Lose

1757 Gottfried Beyer verkauft seine „Wassermahlmühle“ an Meister Johann Christoph Herrmannsdorf

1799 und 1813 Gottfried Trentsch ist als Eigentümer genannt

1813 das Linzer Steuerregister vermerkt zur Dorfmühle : „Hat nur einen (Mahl)Gang und kann wegen Mangel des Wassers wenig mahlen“

1853 Karl Kunze ist Eigentümer

1863 Johann Gottlieb Engler ist als Eigentümer genannt

1892 Karl Weser wird als letzter Mühlenbesitzer im Linzer Adressbuch genannt

1881 Der oberhalb gelegene Mühlteich ist nachweislich noch vorhanden, wird aber in der Folgezeit verfüllt und als Streuobstwiese genutzt.

2017 Einführung neuer Straßennamen im Ortsteil Linz.

Die Bezeichnung Mühlenstraße nimmt Bezug auf den einstigen Standort.

 

Sammlung: Frank Schneider

Älteste Darstellung der Linzer Dorfmühle auf einer Karte von Öder um 1590.

Oben ist der Mühlteich abgebildet. Das Mühlrad darunter bezeichnet den Standort der Mühle.

Mittig im Bild sieht man die 1575 erbaute Kirche. Darunter ist Schloss und Rittergut dargestellt.

Sammlung: Frank Schneider

Linz, Ortslage um 1840, vom ehemaligen Pfarrgarten aus gesehen.

Ansicht mit Rittergutsschmiede, Kirche, Schloss und Dorfmühle (v.l.n.r.)

Da das Mühlrad teilweise im angrenzenden Pfarrgarten stand, hatte der Linzer Pfarrer Anspruch auf eine jährliche „Entschädigung“ in Form von Getreide.

Sammlung: Frank Schneider

Dorfmühle Linz, Ansicht um 1900

Wassermühlen finden wir meist an Flüssen und Bächen. Sie nutzen die Kraft des fließenden Wassers. Etwas anders ist das in unserer Gegend. Hier gehört zu jeder Mühle ein Teich als Wasservorrat. Zur Linzer Dorfmühle, die übrigens 1721 als „Klapper Mühle“ bezeichnet wird, gehörte einst ein oberhalb gelegener Teich, welcher schon 1561 Erwähnung findet. Das Quellgebiet lag im Bereich des heutigen Grundstückes Eichhorn/Menzel, in deren Grundstückskaufvertrag von 1846 noch von -Erlenniederwald- dir Rede ist. Gab es längere Trockenperioden, konnte der fehlende Wasservorrat zum „Problemfall“ werden. So steht im Linzer Steuerregister von 1813 bei der Dorfmühle der Vermerk „kann wenig mahlen, wegen der Menge des Wassers“. In einer Flurkarte von 1881 noch eingezeichnet, wurde der Mühlteich in den folgenden Jahren verfüllt und als Obstgarten angelegt. An der westlichen Grundstücksgrenze zum ehemaligen Pfarrgarten kann man bis heute die Reste des Teichdammes erahnen. Als Christoph von Polenz 1583 seine Mühle verkauft, behält er sich eine oberhalb gelegene Quelle vor, um Wasser über eine hölzerne Röhrleitung in sein Haus führen zu können. Besagte Quelle gibt es noch heute. Sie befindet sich in Höhe des Grundstücks Nr. 11 (Familie Schneider), ca. 60cm tief unter der Straße. Teile dieser Holzröhrenleitung wurden bei Straßenbauarbeiten 1971 und 1999 gefunden und konnten geborgen werden. Bis 1945 wurde der Röhrtrog auf dem Schlossplatz aus dieser Quelle gespeist.

In einem Vertrag von 1608 wird der neue Besitzer der Mühle verpflichtet „auch wenn er nichts zu mahlen hätte“ das Wasser vormittags und nachmittags je eine Stunde über das Mühlrad laufen zu lassen, damit „das Vihe vor der Kirchen im Teich zu trinken finde und die Leute sich nicht deßen (darüber) zu beschweren haben.“

Auszüge aus der Festschrift „Linz 800“

Idee und Gestaltung
Frank Schneider & Matthias Herzog