Friedhof Linz
1220-1575 Standort der alten Kirche
Der Flurstücksname „Hinter der alten Kirche“ zeugt bis heute davon.
Seit dieser Zeit Begräbnisplatz des Ortes.
1608 Ein sogenanntes „Beinhaus“ auf dem Gottesacker findet im Rechnungsbuch der Linzer Kirche Erwähnung. Darin wurden die beim Ausheben eines neuen Grabes gefundenen menschlichen Überreste (Gebeine) gesammelt und aufbewahrt.
1751 Wolf Adolph von Polenz lässt sich ein Erbbegräbnis (Grufthaus) errichten.
1884/85 Der Friedhof erhält durch das Anlegen eines Hauptweges und den Bau einer Umfassungsmauer seine heutige Gestalt. Zu beiden Seiten des Weges gab es nur Reihengräber.
Die großen Familiengrabstätten befanden sich an den äußeren Umfassungsmauern.
1896 Der alte Brunnen an der oberen Mauer erhält auf Kosten der Rittergutsherrschaft eine hölzerne „Wasserplumpe“.
1955 Das Erbbegräbnis der Familie von Polenz wird wegen Baufälligkeit abgetragen. Die bis dahin zugängliche Gruft mit 5 beigesetzten Särgen bleibt erhalten, wird aber dauerhaft verschlossen.
Auf den Grundmauern entsteht die heutige Friedhofshalle.
2016 Die Gedenktafel für die Gefallenen des ersten Weltkrieges -ehemals an der Kirche- findet an der Friedhofshalle einen neuen würdigen Platz.
2019 Grundlegende Sanierung der Trauerhalle.
Der Friedhof in Linz und seine Geschichte
Auszüge aus der Festschrift „Linz 800“
Neben der Burganlage und dem Wallgraben, zählt der Friedhof unseres Ortes mit Sicherheit zu den ältesten befestigten Plätzen der Linzer Ortslage. Vor 800 Jahren stand hier der Vorgängerbau unseres heutigen Gotteshauses. Dies ist auch der Grund dafür, dass wir im Jahr 2020 ein zweifaches Jubiläum begehen konnten. „800 Jahre Linz“ bedeutet zugleich auch „800 Jahre Kirche in Linz“. In der Urkunde unserer schriftlichen Ersterwähnung von 1220 wird Heinricus de Lince als Zeuge genannt. Er ist der erste namentlich überlieferte Pfarrer von Linz. Um die Kirche herum wurden die Verstorbenen begraben. Man kann davon ausgehen, dass hier seit Jahrhunderten Generationen von Linzern ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Das ist bis heute so geblieben.
Zu beiden Seiten des Hauptweges gab es nur Reihengräber. Die großen Familiengrabstätten befanden sich an der westlichen, nördlichen und östlichen Umfassungsmauer.
Das Erbbegräbnis der Familie von Polenz, Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden, war der Vorgängerbau der 1955 neu errichteten Friedhofshalle. Zuvor wurden die Verstorbenen zu Hause aufgebahrt und zur Bestattung auf den Friedhof getragen. Seit 1945 ist die Anlage in kommunalem Eigentum. Nach der politischen Wende 1989 beginnt auch ein „Wandel“ in der Bestattungskultur. In der heutigen Zeit dominieren sie Urnengräber, Erdbestattungen sind eher die Ausnahme. Noch 2012 war es Tradition, dass zu einer Beisetzung jeweils 6 Männer aus dem Dorf das Öffnen und Schließen des Grabes sowie das Tragen des Sarges übernommen haben. Über viele Generationen hat dieser „letzte Dienst“ für einen Verstorbenen reihum im Dorf funktioniert. Heute ist das aus verschiedenen Gründen leider nicht mehr möglich.
F. Schneider, Linz 2026
Idee und Gestaltung
Frank Schneider & Matthias Herzog
Das Erbbegräbnis der Familie von Polenz (Aufnahme 1942)
und die 1955 erbaute Trauerhalle (Aufnahme 2020).
(Fotos Sammlung F. Schneider)
Friedhof um 1955
Rechts im Hintergrund
das Grabmahl der Familie Ende.
(Fotos Sammlung F. Schneider)
Grabmahl der Familie Brösing (Finkenmühle bei Linz)
(Foto F. Schneider 1991)
Grabplatte von Gemeindevorstand (Bürgermeister)
Friedrich Louis Dathe +1902
(Foto F. Schneider)
Gedenktafel für die Gefallenen des ersten Weltkrieges an der Friedhofshalle und Kriegsgräber aus dem zweiten Weltkrieg.
(Fotos F. Schneider)
Ansichten
1967
2000
2006
2009
Vordergrund, Standort der alten Kirche (1220-1575)
Bildmitte, die 1575 -unterhalb- am Schlosspark neu erbaute Kirche.
Foto F. Schneider